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Umweltfreundliche Funktionskleidung für Abenteurer und Outdoor-Sportler

Als „coolste Company auf dem Planeten“ betitelte einst das US-Wirtschaftsmagazin Fortune den amerikanischen Hersteller für funktionelle Outdoorbekleidung und -Zubehör. Nicht nur wegen seines durchdachten Produkt-Sortiments für Bergfexe und Abenteuer-SportlerInnen, sondern vor allem aufgrund des weitreichenden Engagements in Sachen Umweltpolitik, das selbst vor einer Klage gegen die ehemalige Trump-Regierung nicht Halt machte.

Vom Kletterwerkzeug zu farbenfrohen Synthetics

Die Geschichte der heute weltbekannten Marke beginnt bereits 1953, als der 14-jährige Yves Chouinard seine Leidenschaft für das Klettern an Bigwalls entdeckt und Kletterhaken selbst herstellt. Mit Tom Frost gründet er Chouinard Equipment, das sich bis 1970 zum größten Anbieter für Kletterzubehör in den USA entwickelt – und gleichzeitig zu einem Umweltsünder, da das Setzen und Entfernen der Schlaghaken eine massive Beschädigung des Felsgesteins verursacht. Mit der Umstellung auf Aluminium-Klemmkeile setzt man zwar einen neuen umweltschonenden Standard, sonderlich profitabel ist das Geschäft mit Kletter-Equipment aber nicht.

Mit der 1972 gegründeten Firma Patagonia revolutioniert Chouinard abermals den Sportmarkt, indem die traditionellen Materialien Baumwolle, Wolle und Daunen in Bekleidung für Outdoor-Sportarten zunehmend durch schnell trocknende Synthetikfasern mit guter Isolation ersetzt werden. Und auch in Sachen Optik ging man ganz neue Wege: Statt tristem Hellbraun und Waldgrün präsentiert sich das innovative Patagonia -Design in farbenfrohen Tönen.

Surfen in der Mittagspause

Eine ganz neue Marschrichtung schlug Patagonia auch in Sachen Unternehmenskultur ein. In Zeiten, als in vielen Firmen noch jeder Toilettengang von der Arbeitszeit abgezogen wurde, verbrachten die Mitarbeiter ihre Mittagspause beim Surfen oder auf dem Beachvolleyballfeld des Firmengeländes. Das Unternehmen unterstützte einen aktiven Lifestyle und bezuschusste Ski- und Kletterreisen an den Wochenenden, zugunsten offener Arbeitsbereiche und mehr Kommunikation wurden geschlossene Büros abgeschafft. Zur Betreuung von Kindern am Arbeitsplatz entstand eine Tagesstätte, in der Cafeteria gibt es hauptsächlich Bio-Kost.

1 Prozent des Umsatzes für den Planeten

Seit Mitte der 1980er Jahre stellt Chouinard seine Liebe zur Natur und ein verstärktes Umweltbewusstsein mit einem klaren Statement unter Beweis: 1 Prozent des Umsatzes, unabhängig vom erzielten Gewinn, fließt an Umweltorganisationen. Mit der Gründung der gemeinnützigen „1% for the Planet Clubs“ im Jahre 2001 will man zudem andere Unternehmen zu mehr Umweltschutz motivieren.

Um die Auswirkungen der Produktion auf Klima und Umwelt zu reduzieren, verwendet Patagonia ausschließlich GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle. Zahlreiche Funktionsjacken und -hosen, Rucksäcke und andere Ausrüstungsgegenstände werden aus erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen gefertigt. Selbst Unterwäsche und Pullover bestehen neben Merinowolle fast zur Hälfte aus recyceltem Polyester, der aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt wird.

Kauf diese Jacke nicht!

Nachhaltigkeit bedeutet für Chouinard nicht nur, Produkte aus umweltweltfreundlichen Materialien zu kaufen, sondern diese auch so lange wie möglich zu nutzen. Mit der Kampagne „Don’t buy this jacket!“ will Patagonia seine KundInnen anregen, zweimal über eine Neuanschaffung nachzudenken und sich zu fragen, was man wirklich braucht. Um Langlebigkeit zu unterstützen, bietet das Outdoor-Label einen Repair-Service, gibt Anleitungen zum eigenständigen Flicken von Bekleidung und Ausrüstung und nimmt gebrauchte Patagonia-Produkte zurück, die anschließend im firmeneigenen Secondhand-Store verkauft oder recycelt werden.

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