Tauschbörsen für Kleidung - alles, was du wissen musst

Hast du Kleidungsstücke im Schrank, die du nicht mehr trägst? Statt wegwerfen, lieber tauschen. Unsere Top-5-Tauschbörsen und was es beim Kleidertausch im Internet zu beachten gilt.
Text von Connie Gräf-Adams
8/20/2021
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Kleidung zu Nulltarif: Tauschen ist das neue Kaufen

 

Sind dir beim letzten Ausmisten deines Schranks jede Menge Kleidungsstücke in die Hände geraten, die du nicht mehr anziehst oder sogar noch nie getragen hast? Zum Wegwerfen sind noch gut erhaltene Teile natürlich viel zu schade. Tausch doch stattdessen deine Schätze einfach ein! So kannst du Anderen eine Freude machen und dabei selbst ein schickes Kleid oder cooles Accessoire zum Nulltarif ergattern. Welche Kleidertauschbörsen es gibt und was beim Tauschhandel im Internet zu beachten ist, verraten wir dir hier.

 

Warum tauschen sinnvoller ist als kaufen

 

Kaufen macht glücklich? Die Zeiten, in denen diese Devise uneingeschränkt galt, sind passé. Leihen und tauschen gewinnen immer mehr an Bedeutung und etablieren sich als Alternative zum leichtfertigen Konsum. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Denn die vielen kleinen Dinge, die unbeachtet in unseren Schränken lagern, werden durch Weitergabe oder Sharing effizienter genutzt und verbleiben länger im Kreislauf.

Ideal sind Tauschbörsen vor allem für niedrigpreisige Artikel oder Produkte mit Seltenheitswert, die auf Secondhand-Verkaufsportalen kaum Interessenten finden oder keine nennenswerten Erlöse erzielen.

Dabei macht gerade das Tauschen richtig viel Spaß. Beim Stöbern auf den Kleidertauschbörsen wird unser Jagdtrieb optimal befriedigt: Über ein originelles Vintage Piece für einen individuellen Look freuen wir uns viel mehr als über den Kauf eines Kleidungsstücks, das x-fach in den Läden hängt und uns schon morgen nicht mehr gefällt, weil alle darin herumlaufen.

 

So funktionieren die Online-Tauschbörsen

 

Im Netz gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Tauschbörsen, in denen man vom Abendkleid bis zur Zinkwanne alles weitergeben kann, wofür man selbst keine Verwendung mehr hat. Einige Tauschbörsen haben sich auf spezielle Waren wie Kleidung, Bücher oder Videospiele spezialisiert, auf anderen kann Ausrangiertes aus sämtlichen Produktgruppen den Besitzer wechseln.

Um sich am Tauschhandel zu beteiligen, ist zunächst eine Registrierung notwendig. Getauscht wird anschließend entweder „Eins-zu-Eins“ oder über Tauschwährungen. Für jedes eingestellte Teil erhältst du eine gewisse Anzahl an Tickets, Billets oder Token, die deinem Nutzerkonto gutgeschrieben werden. Das hat den Vorteil, dass du nicht lange nach geeigneten TauschpartnerInnen suchen musst, sondern sofort oder später aus dem gesamten Angebot auswählen kannst, was dir am meisten zusagt.

Die Registrierung auf den Tauschbörsen ist grundsätzlich kostenlos, einige Anbieter verlangen einen kleinen Obolus, wenn ein Tausch zustande kommt. Meist gibt’s zusätzlich ein Forum, in dem sich NutzerInnen austauschen oder Gesuche nach speziellen Wunschartikeln aufgeben können.

 

Good-bye Fehlkäufe und Schrankleichen: Unsere Top-5-Kleidertauschbörsen im Internet

 

Zwar haben sich einige Angebote wie Bambali oder die Tausch-App Swapper zwischenzeitlich verabschiedet, hier kann man aber weiterhin schnell und einfach Kleidung, Schuhe, Taschen und Schmuck tauschen:

 

  1. Vinted (ehemals Mamikreisel und Kleiderkreisel) zählt zu den bekanntesten und größten deutschsprachigen Secondhand-Plattformen für Fashion, Kindersachen und modische Accessoires. Hier geht’s zwar in erster Linie ums Kaufen und Verkaufen gebrauchter Kleidung, es kann aber auch Eins-zu-Eins getauscht werden. Für sichere Tauschvorgänge empfiehlt es sich die Transaktionen über den Vinted-Käuferschutz abzuwickeln.
  2. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die Tauschkultur auf Kleiderkorb. Aussortierte Damen-, Herren- und Kinderkleidung kann entweder zum Kauf oder Tausch eingestellt werden. Die Tauschangebote anderer UserInnen kannst du dir über den Reiter „Verhandlung“ anzeigen lassen und die Konditionen anschließend im direkten Kontakt vereinbaren.
  3. Als Tinder für nachhaltigen Kleidungstausch versteht sich die erst 2021 gelaunchte App Uptraded. Wie bei der Dating-Plattform signalisierst du mit Swipe nach rechts, dass dir ein Kleidungsstück gefällt. Bei einem Match kommt ein direkter Kontakt zustande. Um Versandkosten zu sparen und einen persönlichen Tausch möglich zu machen, berücksichtigt Uptraded den Standort der Anbieter.
  4. Die nach eigenen Angaben meistbesuchte Tauschbörse im Internet ist Tauschticket. Für jeden hochgeladenen Artikel bestimmt man einen Tauschwert in Form von Tickets. Findet deine Ware einen neuen Besitzer, wird dir die entsprechende Anzahl Tickets automatisch gutgeschrieben und du kannst sie gegen Kleidung oder andere Artikel aus jeder beliebigen Produktkategorie einlösen. Für die erfolgreiche Transaktion verlangt der Seitenbetreiber eine kleine Gebühr, die vom Nutzerkonto abgebucht wird.
  5. Komplett kostenfrei auf Basis sogenannter Token läuft der Besitzerwechsel auf Tauschgnom Neben Kleidung kannst du DIY-Artikel, Brett- und Kartenspiele sowie Medien aller Art eintauschen. Wer seine Bücher, CDs und DVDs lediglich für einige Zeit verleihen möchte, stellt sie in der Rubrik „Wanderprodukte“ ein.

 

Tipps für einen erfolgreichen Kleidertausch

 

Damit du deine ausrangierten Schätze möglichst schnell loswirst, solltest du folgende Tipps erfahrener Tauschprofis beherzigen:

  • Gute Produktfotos: Präsentiere deine Tauschware im besten Licht und stell ein paar hochwertige Fotos ein, die das komplette Produkt und wichtige Details zeigen. Dabei grundsätzlich eigene Pics nutzen. Die Verwendung von Herstellerfotos verstößt gegen das Urheberrecht und kann teuer werden.
  • Exakte Artikelbezeichnungen: Damit deine Artikel in der Kleidertauschbörse gut gefunden werden, ist eine genaue Bezeichnung mit Angabe von Typ, Marke und Größe wichtig.
  • Detaillierte Produktbeschreibungen: Hier in Stichpunkten alle Infos zum Tauschartikel auflisten. Input findest du auf den offiziellen Herstellerseiten. Zusätzlich solltest du noch den Zustand die Ware und nennenswerte Vorteile (z.B. macht eine gute Figur, wunderbar weich, gut kombinierbar) angeben.
  • Angemessener Tauschwert: Definiere einen realistischen Wert für deine Tauschware. Dabei kannst du dich an vergleichbaren Angeboten anderer UserInnen orientieren.

 

Alternativen zum Tauschhandel im Internet

 

Du willst lieber offline tauschen? Vielerorts finden regelmäßig Kleidertausch-Parties statt, die von gemeinnützigen Initiativen oder Stadtteilläden organisiert werden. Das Konzept: Du gibst deine frisch gewaschenen, noch gut erhaltenen Kleidungsstücke ab und kannst dir anschließend aus dem Fundus aussuchen, was dir gefällt. Je nach Veranstalter gibt’s entweder ein Punktesystem oder du darfst soviel mitnehmen, wie du tragen kannst. Übriggebliebene Ware, die keinen Abnehmer gefunden hat, kommt am Ende des Tages sozialen Einrichtungen zugute.

Eine tolle Idee stellen auch lokale Giveboxen dar, die mittlerweile in einigen Städten an öffentlich zugänglichen Plätzen zu finden sind. Das Prinzip der Boxen – je nach Region auch Offene Kleiderschränke, Umsonstschränke oder Kreislaufschränke genannt – funktioniert ähnlich wie die beliebten Bücherschränke: Du legst aussortierte Artikel ein und falls du selbst etwas Brauchbares entdeckst, nimmst du es mit.

Kaum getragene Alltagskleidung und Vintage-Mode wird man im Frühjahr und Sommer gut auf Hofflohmärkten los, hochwertige Markenkleidung nehmen Secondhand-Läden gerne in Kommission.

Falls du dich nicht dauerhaft von deinen Schätzen trennen willst, ist das Vermieten eine gute Möglichkeit, zumindest kurzfristig Platz im Kleiderschrank zu schaffen: Fürs Verleihen angesagter Fashion-Pieces über Plattformen wie zum Beispiel CLOTHESfriends erhältst du eine Vergütung. Damit lässt sich die Haushaltskasse aufbessern oder du mietest dir im Gegenzug selbst ein schickes Designerteil.