10 Tipps, wie man nachhaltig einkauft

Wie kann ich nachhaltig einkaufen? Diese Frage stellt sich dir zwangsläufig, wenn du ein umweltfreundliches und ressourcenschonendes Leben führen möchtest. fairlyfab hat für dich 10 Tipps zusammengestellt, an denen du dich orientieren kannst.
Text von Theresa Bergbauer
5/12/2021
Nachhaltig einkaufenNachhaltig einkaufen

1. Secondhand – Nachhaltig einkaufen muss nicht teuer sein.

 

Es ist die einfachste Möglichkeit nachhaltig einzukaufen: Secondhand-Mode. Denn dafür muss kein neues Produkt hergestellt werden. In vielen Städten gibt es zahlreiche Secondhand-Läden, in denen Vintage- und Seconhand-Schätze darauf warten, von dir entdeckt zu werden. Auch auf Flohmärkte kannst du mit ein bisschen Glück neue Lieblingsteile finden. Online gibt es inzwischen ebenfalls ein breites Angebot an Plattformen, die gebrauchte Kleidung anbieten. Oft kommst du damit auch günstiger weg, als in neue Teile zu investieren.

Allerdings nimmt die Gentrifizierung von Secondhandmode zu. Secondhand hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen – vor allem bei jungen, wohlhabenden Menschen, die nach Vintage-Schnäppchen für ihre Garderobe suchen. Dieser Ansturm treibt die Preise in die Höhe und das wiederum führt dazu, dass Secondhand-Mode für finanziell benachteiligte Menschen zu teuer wird. Diese greifen dann vermehrt wieder auf Fast Fashion zurück.

 

2. Klare Entscheidung statt Impulskäufe

 

Oft verwechseln wir kopflose Impuls-Käufe mit Selbstfürsorge. Das gute Gefühl nach einem Einkauf schwindet meistens innerhalb weniger Tage. Denk deshalb vor deinem nächsten Einkauf bewusst darüber nach, ob du die Teile wirklich brauchst. Bestenfalls passen sie zu deiner bestehenden Garderobe.

Nur das zu kaufen, was du wirklich brauchst, klingt einfacher als es ist. Folgende Grafik von Fashion Revolution hilft dir dabei, die richtige Kaufentscheidung zu treffen:

3. Qualität statt Quantität

 

Wenn du nur noch wenige hochwertige Kleidungsstücke im Schrank hast, kannst du es dir leisten, nachhaltig einzukaufen und in gute Qualität zu investieren. Ganz nach dem Motto: “Ein Kleiderschrank voller Lieblingsteile”. Helfen kann dir dabei das Konzept der Capsule Wardrobe. (interner link) Das ist eine ausgewählte, minimalistische Garderobe, die nur aus sehr wenigen Teilen besteht. Diese lassen sich in der Regel gut miteinander kombinieren, sodass viele verschiedene Outfits möglich sind. Die Grundlage bilden hochwertig produzierte Basics und zeitlose Klassiker.

Fragen, die du dir für die Capsule Wardrobe stellen kannst: Was muss deine Kleidung im Alltag leisten? In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten? Welche Farben, Muster, Materialien trägst du gerne?

 

4. Statt nachhaltig kaufen: Mieten, leihen, tauschen

 

Unnötige Impulskäufe lassen sich durch eine weitere Möglichkeit vermeiden: Wenn du zum Beispiel ein besonderes Kleid für die Hochzeit deiner besten Freundin suchst, frag zuerst in deinem Familien- und Freundeskreis nach, ob jemand ein passendes Kleid zuhause im Schrank hängen hat.

Zudem gibt es inzwischen Online-Shops, die sich auf das Vermieten von Kleidung spezialisiert haben. Diese Methode eignet sich auch bestens dafür, Fehlkäufe zu vermeiden. Kleidungsstücke zu mieten oder zu leihen, macht vor allem Sinn, wenn du sie nur für einen besonderen Anlass benötigst. Oder auch bei Trend-Teilen, von denen du weißt, dass du sie spätestens nach ein paar Wochen nicht mehr tragen wirst.

 

5. Greenwashing erkennen

 

Informiere dich, bevor du nachhaltig einkaufst, über gängige Textil-Siegel und ob der Hersteller damit zertifiziert wurde. Die Siegel geben dir Auskunft darüber, ob die Kleidungsstücke umweltbewusst hergestellt wurden.

Marken, die unter fairen und nachhaltigen Bedingungen produzieren, gehen meistens sehr transparent damit um und du kannst die entsprechenden Informationen und Zahlen auf ihrer Website finden. Alternativ kannst du dich bei Portalen wie Fashion Revolution über die Transparenz verschiedener Marken informieren.

„Natürlich” oder „vegan” bedeutet nicht zwingend auch umweltfreundliche Marken, die Greenwashing betreiben, setzen oft Begriffe ein, die suggerieren, dass sie nachhaltig produzieren. Allerdings kommt es immer darauf an, wie Produkte tatsächlich hergestellt werden oder von wem sie bezogen werden. Bambus zum Beispiel ist ein schnell nachwachsender natürlicher Rohstoff. Zwar werden beim Anbau deutlich weniger Pestizide und Düngemittel eingesetzt wie zum Beispiel bei Baumwolle, durch die Extraktion der Faser aus dem Stamm allerdings, die meist für Viskose-Verfahren genutzt werden, benötigt man viele Chemikalien.

 

Nachhaltig shoppen

6. Aus welchen Fasern ist deine Mode?

 

Nachhaltig einkaufen bedeutet, dass du dir beim Shoppen so viele Informationen wie möglich einholst. Eine gründliche Recherche in dein Kaufverhalten zu integrieren, hilft dir dabei, bewusster einzukaufen.

Informiere dich darüber, aus welchen Materialien die Kleidung, die du dir kaufen möchtest, hergestellt ist. Verzichte am besten auf Teile aus (synthetischen) Fasermischungen und achte beim Kauf auf Stoffe aus reinen (Natur-)Fasern wie 100 Prozent Bio-Baumwolle.

Dann sind die Recycling-Möglichkeiten deutlich besser. Manche Labels bieten Take-Back-Systeme an. KundInnen können alte, abgetragene Teile wie T-Shirts oder Jeans zurückschicken. Dieser Modemüll wird dann zum Teil zu Fasern für neue T-Shirts verarbeitet.

 

7. Nachhaltige Shops und Marken unterstützen

 

Informiere dich nicht nur über Siegel, sondern auch darüber, was Shop-BetreiberInnen oder die Menschen hinter der Marke antreibt. Viele Shops und Marken haben es sich zur Aufgabe gemacht, faire Arbeitsbedingungen und eine umweltschonende Produktion zu fördern oder wurden nur zu diesem Zweck gegründet. Mit deinem Kaufverhalten kannst du dazu beitragen nachhaltige Marken und HerstellerInnen, sowie die NäherInnen vor Ort zu unterstützen.

 

8. Kauf lokal, denk global

 

Wie wär’s mal wieder mit einem Einkaufs-Bummel bei dir im Viertel? In Zeiten von Corona natürlich per Click&Collect oder Click&Meet. Mit einem Kauf beim Laden um die Ecke unterstützt du nicht nur lokale EinzelhändlerInnen, sondern reduzierst auch die Umweltbelastung, die durch die Herstellung von Verpackungsmaterialien entsteht. Außerdem kannst du unnötigen CO2-Ausstoß durch Retouren vermeiden, wenn du Kleidung, die dir nicht passt oder gefällt, zu Fuß zurückbringst.

 

9.  Reparieren – Lieblingsteile erhalten

 

Statt Neues zu kaufen kannst du viele Kleidungsstücke oft mit wenigen Handgriffen einfach reparieren. Lass dir in einem Repair-Cafe zeigen, wie du Löcher in der Jeans flickst oder den Träger von deinem Lieblingskleid wieder annähen kannst. So bleiben dir deine Lieblingsteile länger erhalten.

 

10. Upcycling & Selber machen

 

DIY ist in! Du musst nicht immer nachhaltig einkaufen. Gerade Altkleidung gibt beim Thema Upcycling eine Menge her. Im Internet finden sich viele Anleitungen, die dir erklären, wie du beispielsweise aus einer alten Jeans eine modische Handtasche nähen kannst. Dinge selbst herzustellen ist nicht nur nachhaltig, sondern macht auch Spaß. Frag am besten deine Oma oder eine Freundin, ob sie dir Stricken oder Nähen beibringt. Was viele nicht wissen: Auch Kosmetik-Produkte lassen sich einfach und mit wenigen Zutaten selbst herstellen.

Es gibt Unmengen an Möglichkeiten nachhaltiger einzukaufen. Wenn du dich davon überfordert fühlst, worauf man alles achten kann und sollte, mach dir klar: Jeder Schritt zählt. Überfordere dich nicht und bleib dran. Schritt für Schritt.

 

Quellen zu diesem Thema:

https://global-standard.org/ https://www.fairwear.org/

https://www.fashionrevolution.org/about/transparency/